Für die Pfarre Feldkirchen hat wieder Edda Stadlbauer die Osterkerze gestaltet. Es ist eine Kerze mit viel Licht. Wir alle brauchen viel Licht. Wir können gar nicht genug Licht haben in dieser oft so dunklen Zeit der Pandemie.
Vom Licht der Osterkerze haben die Gläubigen in der Osternacht das Licht empfangen. Bis Christi Himmelfahrt wird die Osterkerze jeden Tag entzündet. Jeden Tag wird sie uns mit ihrem Licht erfreuen. Bei jeder Taufe werden die Paten die Taufkerze an der Osterkerze entzünden. Bei jedem Begräbnis wird sie brennen mit der Bitte, dass den Verstorbenen das ewige Licht leuchte "et lux perpetua luceat eis".
Franz Kardinal König hat bei seinem Testament handschriftlich eine kleine Bitte hinzugefügt: „Mein Wunsch ist nur: an meinem Sarg die Oster-Kerze nicht zu vergessen!“ Seither wird in viel mehr Pfarren als früher die Osterkerze bei den Begräbnissen in die Nähe des Sarges gestellt und entzündet.
Die Sehnsucht nach Licht, nach mehr Licht, ist tief in uns Menschen verankert. In fast prophetischer Manier hat das der viel zu früh verstorbene österreichische Musiker und Sänger Falco in einem Lied ausgedrückt, das erst drei Wochen nach seinem Tod erschienen ist: Out oft he Dark (Into The Light)! - Rauss aus dem Dunkel, hinein in das Licht! Dafür steht die Osterkerze, dafür steht der auferstandene Christus.
Edda Stadlbauer:
Licht war für mich immer schon so etwas wie eine Verbindung, eine Brücke zwischen verschiedenen Ebenen und Zuständen.
Es schimmert ein wenig Jenseits ins Diesseits herüber...es macht aus etwas Engem etwas Weites...aus Trostlosigkeit Hoffnung...aus Erstarrung... Lebendigkeit.
Es gibt Orientierung in dunklen Zeiten – auch in ‚Corona-Zeiten‘
Schon ein kleines Licht lässt alle widrigen Umstände etwas lichter/leichter erscheinen - man kann die Flamme auch weitergeben.
„Das ewige Licht leuchte ihnen…“
Meine absolute Lieblingsstelle im Mozart-Requiem, bei der ich noch nach 100x Singen jedes Mal eine Gänsehaut bekomme, ist: "..et lux perpetua luceat eis"... diese Inschrift ziert auch den Grabstein meines Vaters.