27. Sonntag A - 04.10.2026 - 800 Jahre-Franziskusjubiläum / Erntedankfest

Predigt zum Franziskus- und Erntedankfest am 04. Oktober 2026
Liebe Kinder, Jugendliche und Erwachsene!
In meiner Predigt möchte ich drei Themen ansprechen: Schöpfung und Erschöpfung, Ernte-Dank und Ernte-Krone, Franziskus und das Kreuz!
1. Beginnen wir mit dem hl. Franziskus und dem Kreuz: Vor genau 800 Jahren ist Franz von Assisi gestorben! Er hat sich nackt auf die Erde legen lassen. Den Tod hat er als „Bruder Tod“ willkommen geheißen. Mit 44 Jahren war er völlig am Ende seiner Kräfte. Seine letzten Worte: Ich habe das Meine getan. Was ihr tun sollt, das wird euch Christus lehren!
So war es in seinem Leben. Christus hat ihn gelehrt, was er tun soll, was seine Berufung ist. Vom Kreuz herab, von einem Kreuz in der halb verfallenen Kirche San Damiano hat Christus zu ihm gesprochen. Er hat gesagt: Franziskus! Geh und bau die Kirche wieder auf. Du siehst ja, dass sie schon ganz verfallen ist.
Auf dieses Wort hin hat Franziskus mit der Arbeit begonnen – er hat zuerst einmal die kleine Dorfkirche mit eigenen Händen renoviert. Ein schönes Missverständnis! Dann aber hat Franziskus die Weltkirche erneuert mit seiner Gemeinschaft. Er ist einer geworden, der für den Glauben gebrannt hat, der andere begeistert hat, der der Kirche neues Leben eingehaucht hat.
So ein schlichtes Holzkreuz (Bild zeigen!) wird heute noch als „Franziskus-Kreuz“ bezeichnet oder auch als „Antonius-Kreuz“ – es ist ein Kreuz, das in seiner Schlichtheit für viele zu einem sprechenden Kreuz geworden ist. Ich kann es uns allen nur wünschen, dass wir irgendwo in unserer Nähe so ein Kreuz haben, ein sprechendes Kreuz, ein Kreuz, das uns anspricht und herausfordert. Franziskus, das Kreuz und damit der Gekreuzigte gehören zusammen – so sehr, dass der Heilige zwei Jahre vor seinem Tod sogar die Wundmale Christi empfangen hat.
2. Für mich gehören auch die zwei Wörter „Schöpfung & Erschöpfung“ zusammen. Ich brauche nur an den heurigen heißen Sommer erinnern. Wir haben es am eigenen Leib erfahren. Noch viel mehr und tagtäglich erlebt das Mutter Erde, dieses wunderbare und doch so gefährdete zuhause von Menschen, Tieren und Pflanzen!
Mit dem heutigen 4. Oktober geht in den Kirchen die sog. „Schöpfungszeit“ zu Ende – eine Zeit, die uns Achtsamkeit für die Natur lehren will, dass wir hellhöriger werden für die Schöpfung, für das Leiden von Mitgeschöpfen und für alle bereits Erschöpften dieser Welt. Schöpfung und Erschöpfung – wie eng liegt das doch inzwischen beieinander…
3. Ein Drittes, das ganz einfach zusammengehört, sind Ernte-Dank und Ernte-Krone! Schön, dass wir in Feldkirchen beides haben. Dass beides zur Ernte dazugehört – der Dank und die Krone!
Der Dank zum Erntedank gilt dem Geber aller Gaben, dem lebendigen Gott. Der Dank zum Erntedank gilt aber auch denen unter uns, die in der Landwirtschaft arbeiten. Die dafür sorgen, dass wir zu essen und zu trinken haben. Dass unsere Tische gedeckt und die Kühlschränke gefüllt sind – bis hin zum Fair-Teiler an der Nordseite vom Pfarrheim. Danke!
Meister Eckart hat es so gesagt: „Danke – wenn das das einzige Gebet in deinem Leben ist, dann genügt das!“
Aus Dankbarkeit haben die vier Bäuerinnen Marianne und Martha Finster, Petra Hatzl und Renate Lackner diese wunderbare Ernte-Krone gemacht. Sie setzen dem Dank und der Ernte dieses Jahres im besten Sinn des Wortes die Krone auf. Wunderbar, dass auch viele Kinder heute mit einer Krone gekrönt sind. Wir sind dankbar für euch. Wir sind dankbar, dass es euch gibt, liebe Kinder. Als Kinder Gottes sind wir alle „gekrönte Häupter“! Wir brauchen nur an die Taufe zu denken, dann wissen wir: Wir alle sind Priester, Könige und Propheten! Ein großes GOTT SEI DANK für die Ernte 2026 - und ein herzliches VERGELT’S GOTT allen fürs gemeinsame Feiern des Erntedankfestes! Amen.
Pfarrer Edi Muhrer