Mariä Aufnahme in den Himmel - 15.08.2026

Predigt am Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ mit Goldener Hochzeit von Monika und Willi Leitner und Kräutersegnung 26-08-15
Wir feiern den großen Frauentag – die Aufnahme Mariens in den Himmel.
Wir feiern die Goldene Hochzeit von Monika und Willi Leitner. Wir feiern die traditionelle Kräutersegnung. Am Nachmittag muss ich pünktlich zur Hochzeit von Lisa Finster und Daniel Pabst in Kroatien sein – in der gebotenen Kürze aber doch drei Gedanken zu diesem besonderen Feiertag heute, am 15. August 2026:
1. Wieder einmal dreht sich alles und das kleine und doch so kostbare Ja-Wort: Das ist bei der grünen Hochzeit so. Das ist bei einem Ehe-Jubiläum so. Das ist beim Marienfeiertag so!
Braut und Bräutigam sagen bei der Hochzeit Ja zueinander, ohne Wenn und Aber. Unsere Ehe-Jubilare erneuern dieses Ja-Wort 50 Jahre nach ihrer Hochzeit. Maria ist die, die Ja gesagt hat zum Willen Gottes.
Der heutige Feiertag erinnert uns daran, dass zuerst und vor allen Gott sein Ja-Wort gegeben hat:
Bevor Maria ihr „Fiat“ gesagt hat, bevor sie dem Engel Gottes ihr Ja-Wort gegeben hat, da hat Gott schon zuvor sein Ja zu Maria gesagt, sein Ja, dass er genau sie auserwählt hat, dass diese junge Mirjam in Nazareth die Mutter Jesu werden soll, die Mutter seines Sohnes. Bei ihrem Tod hat Gott dieses Ja zu Maria noch einmal bestätigt. Wir bekennen es im glorreichen Rosenkranz gleich doppelt: „Der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen und der dich im Himmel gekrönt hat!“
Gott sei Dank für dieses wunderbare Ja-Wort Gottes - zu Maria, zu unserem Jubelpaar und zu uns allen!
Willi und Monika sei Dank für ihr Ja-Wort zueinander in guten und schweren Stunden, in allen Hoch- und Tiefzeiten von 50 Ehejahren.
Lisa und Daniel sei Dank, die sich heute noch ihr Ja-Wort geben werden – ein starkes Zeichen, ein echtes Sakrament!
Menschen, die in Liebe zueinander Ja sagen, solche Menschen sind ein Segen. Ihr Ja-Wort ist ein Segen! Ihr Ja-Wort tut gut im Angesicht von so vielen Jein- und Nein-Sagern, im Angesicht von so viel „Ja, aber“…
2. Der heutige 15. August zeigt uns, was uns allen hoffentlich einmal blühen wird: Er bringt Zukunftsmusik zum Klingen! Maria hat sich im besten Sinn des Wortes „verduftet“! Einfach herrlich, wie der Duft der Kräuter und Blumen uns in unserer Pfarrkirche daran erinnert…
In der Präfation zum heutigen Festtag wird das so ausgedrückt: „Als erste empfing sie von Christus die Herrlichkeit, die uns allen verheißen ist, und wurde zum Urbild der Kirche in ihrer ewigen Vollendung. Dem pilgernden Volk ist sie ein untrügliches Zeichen der Hoffnung und eine Quelle des Trostes.“
Maria ist heute gestorben. Es wird berichtet, dass es keinen Leichengeruch gegeben hat, im Gegenteil. Rosenduft lag in der Luft, ein Wohlgeruch hat sich verbreitet. Darum können wir völlig zurecht und im besten Sinn des Wortes sagen: Maria hat sich verduftet!
Es ist schön und stimmig, dass es an ihrem Sterbetag in den Kirchen von Blumen und Kräutern nur so duftet.
3. Maria ist nicht nur in den Himmel aufgenommen worden, sie ist gekrönt worden. Die Krone ist das Zeichen dafür!
Immer wieder sehen wir Maria als „die Gekrönte“ – als Statue und genauso auf den Bildern. Die Krone als Zeichen der Erwählung: Nicht nur die Frau aus Nazareth ist diese Erwählte und Gekrönte. Diese Krone gehört auch der Kirche, ja sie gehört allen Geschöpfen! An Maria, an ihrer Aufnahme und Krönung, sehen wir: Die Wunden sind geheilt. Schöpfung und Schöpfer sind versöhnt und in Frieden. Er macht, dass alles gut wird…Dafür steht die Krone!
Und dafür steht der Ring:
Der Ring, den der barmherzige Vater dem verlorenen jüngeren Sohn wieder an den Finger steckt.
Der Ring, mit dem sich Braut und Bräutigam aneinanderbinden.
Der Ring, den dann frisch gesegnet unser Jubelpaar Monika und Willi tragen wird.
Der Ring – Zeichen der Liebe und Treue – ein starkes, ein gut sichtbares Zeichen. So möge es sein. Amen.
Pfarrer Edi Muhrer
