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Outdoorgottesdienste

2. Outdoor-Gottesdienst - 22.07.2026 - Mellacherhof

DAS CHRISTLICHE ABC:
1. Das A steht für ANSPRACHE: das ist das Allererste und etwas ganz besonders Wichtiges.
2. B wie BEHEIMATUNG: Das ist etwas Zweites, was jeder Mensch braucht – von Geburt an und bis zum Tod – Beheimatung, ein Zuhause, ein Nest und die nötige Nestwärme.
3. C wie CONFESSIO, C wie CHRISTUS, C wie CHRISTSEIN: Glauben und bekennen gehören ganz einfach zusammen.

Outdoorgottesdienst/Mellacherhof | wafae

Predigt beim Outdoor Gottesdienst am Mellacherhof zum christlichen ABC am 22. Juli 2026, 19:00 Uhr

„Und alle werden Schüler Gottes sein!“ heißt es im Joh-Ev 6,45. In die Schule gehen, in Gottes Schule gehen. Von ihm lernen – neu lernen, was es heißt Christ zu sein… Das ABC gehört zu den ersten Dingen, die ein Kind lernt. Dann geht es weiter mit dem Lernen – und wie! So soll es auch mit unserem Glauben sein: Christsein lässt sich lernen – freilich ist es ein lebenslanges Lernen und ein Dauerauftrag! Aber wir sollten es immer wieder versuchen, den Glauben und unser Christsein zu buchstabieren. Ich tu das jetzt einmal auf die ersten drei Buchstaben hin.

1. Das A steht für ANSPRACHE: das ist das Allererste und etwas ganz besonders Wichtiges. Ohne Ansprache könnte kein Mensch leben oder überleben. Das Wort ist für den Menschen vom Babyalter bis ins Seniorenalter genauso wichtig wie die Luft, das Wasser, das Brot!
Leben, neues Leben, neu aufleben – alles beginnt mit dem Wort: „Im Anfang war das Wort!“ Unser Gott ist kein stummer Gott. Er spricht. Er teilt sich mit. Was er sagt, das geschieht. Sein Wort ist sein Tun – da gibt es keinen Gegensatz.
Im Evangelium ist es Jesus, der spricht, der Maria von Magdala anspricht, der zu ihr ein einziges Wort sagt: „Maria/Mirjam!“ Dieses Wort genügt. Dieses Wort verändert alles: Aus Trauer wird Hoffnung. Aus Schmerz wird Freude. Aus einer Suchenden wird eine Zeugin, eine Christin! Confessio!
Was doch ein Wort schon alles verändern kann. Denken wir bloß an das Ja-Wort von Braut und Bräutigam. Denken wir an die berühmten drei Worte: Ich liebe dich! Oder an das: Ich verzeihe dir! Ein Wort, ein einziges Wort – und schon kann alles anders sein.
A wie Ansprache!

2. B wie BEHEIMATUNG: Das ist etwas Zweites, was jeder Mensch braucht – von Geburt an und bis zum Tod – Beheimatung, ein Zuhause, ein Nest und die nötige Nestwärme. Wohl wegen des großen Kopfes müssen wir so früh heraus aus der bergenden Höhle, aus dem Leib unserer Mutter. Nach dieser schmerzhaften Trennung und Abnabelung braucht es dann ein Nest, die nötige Nestwärme, ein Daheim, eine Beheimatung.
Schön, wichtig und gut, wenn es da so etwas wie Familie gibt, einen Platz, wo du selbstverständlich angenommen bist, wo du herzlich willkommen bist. Genau das versucht auch die Kirche zu sein, zu leben und zu geben: Heimat. Beheimatung. Eine zweite Familie. Einen Ort, wo du willkommen bist und dich nicht erklären musst. Eine Gemeinschaft, wo du spürst – da freut man sich, dass es mich gibt!
Und dann passiert es doch und genau so muss es so auch sein: Genau die Leute, die dein Zuhause sind, genau die sorgen dafür, dass du rausfliegst. Genau die, die dir Wurzeln und Heimat gegeben haben, genau die geben dir jetzt den nötigen Schubs, damit du flügge wirst. Hotel Mama ade!
Paulus hat es etwas anders gemacht – mit einem Lockruf: „Unsere Heimat ist oben, im Himmel!“ Dort ist unser Ziel, dort ist der Ort unserer Sehnsucht. Christ, werde erwachsen und flügge! Deine Heimat ist nicht auf dieser Welt, sie ist oben. Dort ist die Bleibe, die bleibt! B wie Beheimatung.
Die Anwesenheit der (GS)Tanzlmusi lässt mich an einen bekannten Reim von Peter Rosegger denken: „Bei mia zhaus bin i nia zhaus, nur im wirtshaus bin i wia zhaus.“ Wirtshäuser, schön und gut und notwendig, ja – aber sie sind keine Bleibe, die bleibt!

3. C wie CONFESSIO, C wie CHRISTUS, C wie CHRISTSEIN: Glauben und bekennen gehören ganz einfach zusammen. Sich zum Glauben bekennen, zum Glauben stehen, das Christsein nicht verleugnen oder verstecken. Das lässt mich augenblicklich an die heutige Tagesheilige denken – an Maria von Magdala! Sie ist ein großartiges Beispiel dafür, dass glauben und bekennen zusammengehören.
Was hat diese Maria Magdalena nach der Begegnung mit dem vermeintlichen Gärtner getan? Sie eilt zu den Aposteln. Sie sagt: „Ich habe den Herrn gesehen!“ Sie sagt nicht: „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber vielleicht habe ich gerade eine Begegnung der besonderen Art gehabt!“ Nein. Maria Magdalena bekennt freimütig und selbstbewusst. „Ich habe den Herrn gesehen!“
Ihr Bekenntnis ist ein Zeugnis, ein Bekenntnis zu ihrer großen Liebe, zu Jesus, dem Christus!
Seit P. Franziskus ist ihr Gedenktag sogar ein Festtag im Kalender der Kirche! Als erste Zeugin der Auferstehung trägt sie den Ehrentitel: „Apostola Apostolorum“. So wie Thomas ist auch sie durch Fragen und Zweifel gereift und zum Glauben gekommen. Bei unseren Passionsspielen in Feldkirchen hat sie völlig zurecht eine herausragende Rolle. Ganz genauso war das heuer bei den Passionsspielen in St. Margarethen im Burgenland...

Christsein, das ist für alle Getauften eine Confessio, ein Bekenntnis, dass wir zu diesem Jesus Christus gehören. Das Kreuz ist sein Zeichen und das Kreuz ist unser Zeichen! Das Kreuz ist das Wahrzeichen Christi und der Christen!

Es fügt sich gut, dass ich am heutigen Magdalenen-Fest jetzt das neugestaltete Hofkreuz der Familie Mellacher segnen darf.
So ein Kreuz ist auch ein christliches ABC: Es spricht zu uns. Es schafft Beheimatung. Es ermutigt zum Christsein. So möge es hier am Hof und überall auf der Welt sein. Amen.

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