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Outdoorgottesdienste

1. Outdoor-Gottesdienst - 15.07.2026 - Fußballgottesdienst

Der Sinn des Fußballspiels liegt nicht darin, den Ball festzuhalten und zu besitzen, sondern darin, ihn mit anderen zu teilen und viele ins Spiel einzubeziehen. Um ein Tor zu erzielen, muss ich ihn loslassen. Um im Leben voranzuschreiten, muss ich jeden Augenblick loslassen, muss die Gelegenheit ergreifen, die das Leben mir zuspielt, und das Geschenk, das mir zuteil wird, mit anderen teilen. (F. Jokesch)

Predigt beim Fußball-Gottesdienst am Sportplatz Feldkirchen 2026 – 07 – 15, 19:00 Uhr

Du musst es dreimal sagen! Heute muss ich es gleich dreimal dreimal sagen.

1. Ehe ich zu den angekündigten 3 B komme, verweise ich auf drei andere B, die im Kern auf den größten aller Theologen in der Kirche zurückgehen – auf Thomas von Aquin. Des hl. Thomas Empfehlungen gegen Traurigkeit, Kummer, Schmerz und Leid sind - etwas volkstümlich und handfest formuliert – auch drei B: Bad, Bier und Beichte: Tu dir etwas Gutes, wenn es dir schlecht geht – so der hl. Kirchenlehrer. Nimm ein Bad. Wenn das nicht hilft – trink ein Bier. Wenn das noch immer nicht wirkt – dann geh zur Beichte! Bad, Bier, Beichte – in dieser Reihenfolge und mit höchstem kirchlichen Segen – ich schließe mich dem hl. Thomas da gerne an.

2. Für Kirche und Sport sind mir die drei am Plakat und Flyer angekündigten B wichtig und heilig: Begegnen – Bewegen – Begeistern!

2.a. B wie Begegnen
Alles wirklich Wichtige im Leben ist das Resultat von Begegnungen. Begegnung ist mein Lieblingswort für ein Fußballspiel. Es geht um Begegnungen. Für mich ist schon interessant, dass P. Leo XIV. in seinem Schreiben zu den heurigen Olympischen Winterspielen ohne Scheu das Wort „Wettkampf“ aufgreift. Dabei verweist der Papst auf die Herkunft des Wortes in der lateinischen Sprache: Competitio – es leitet sich von zwei Wörtern ab: Cum & petere – cum bedeutet gemeinsam, zusammen; petere heißt suchen. Im Wettkampf haben zwei das eine Ziel: eine gute Leistung zu bringen – in gegenseitigem Respekt und mit Fairplay den Regeln gegenüber. So wird ein Wettkampf zur Begegnung! In der Kirche ist Seelsorge v. a. Begegnung – von Du zu Du, von Mensch zu Mensch. Das ist unsere Stärke. Schön, wenn das auch mit dieser Feier geschieht: Sie ist als Begegnung gedacht. Es ist alles angerichtet – bis hin zum Public Viewing. Danke, SV Feldkirchen!

2.b. B wie Bewegen
Wer oder was sich nicht bewegt, ist bereits tot. Freude und Lust an der Bewegung sind ein starkes Zeichen für Leben und Lebendigkeit. Kirche ist von Anfang an eine Bewegung, eine Weggemeinschaft. Genauso bewegt der Sport, bewegt König Fußball die Menschen und Massen. Beim Fußball aber auch dank der Kirche und dank der Pfarren erleben wir, dass die Hymne von der Anfield Road eine Hymne mit Botschaft ist: You’ll never walk alone! Sie wird heute noch von der Bischöflichen Hauskapelle angestimmt werden. So wie sie in vielen Stadien der Welt angestimmt wird – und wie sie für mich unvergessen von den Männern, bitte, bei der Hochzeit von Michael und Deitre Modl in unserer Pfarrkirche angestimmt worden ist. Echt bewegend – Glaube und Sport!

2.c. B wie Begeistern
Auf den Geist kommt es an, immer wieder und überall, auf die Begeisterung, den Esprit, den vielzitierten Spirit! „Die Sache Jesu braucht Begeisterte!“ haben wir früher gerne bei den Jugend-Gottesdiensten gesungen. Begeisterte und viel Team-Geist braucht es beim Fußball, bei der wichtigsten Nebensache der Welt, genauso in den Familien, Vereinen und Betrieben. Freddy Jokesch hat einleitend auf La-Ola hingewiesen, auf die Welle der Begeisterung, die durch die Stadien rollt. Begeisterung ist das Prinzip des Lebens und der Lebendigkeit. Diesen Spirit braucht es in der Kirche genauso wie beim Sport. Es braucht ihn, so wie das Auto den Sprit braucht, um in Fahrt zu kommen. Daher das dritte B: B wie Begeisterung! Das zweite B wie Bewegung. Das erste B wie Begegnung.

3. Abschließend kann ich nicht anders als an drei Bonmots von Sepp Herberger zu erinnern. Von dieser deutschen Trainerlegende zitiere ich drei Bemerkungen, die zwar vom Fußball her gesprochen sind, die aber auf den Glauben hin transparent sind:
Erstens: Der Ball ist rund! D. h. alles ist möglich. Glaub daran. Gib nicht auf. Es gibt immer eine Chance.
Zweitens: Das Spiel dauert 90 Minuten! Und auch noch die Nachspielzeit. D. h. kämpfe bis zuletzt. Resigniere nicht. Glaub an dich und glaub das Team. Wir haben es bei der WM erlebt…
Drittens: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! D. h.: Ruh dich nicht aus auf deinen Lorbeeren! Oder wie es Alex Kristan als „Herzog von Österreich“ gesagt hat: „Mit da Zeitung va heit, wickelns morgn am Noschmorkt die Fisch ei.“ Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. So ist es. Amen.

Pfarrer Edi Muhrer
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Besinnung

Rudern

Die Fans sind „der zwölfte Mann“ eines Fußballteams. Die Fans sorgen für Stimmung. Sie pushen die Mannschaft. Sie übertragen Energie auf die Spieler. Gerade in schwierigen Phasen des Spiels, wenn es gilt, zu kämpfen, wenn die Mannschaft einem Tor hinterherläuft, wenn das Momentum auf die Seite des Gegners gekippt ist, dann kann die Unterstützung von den Rängen Wunder bewirken.
Das Rudern der Wikinger bringt es wunderbar zum Ausdruck. Die Bewegungen und Kraftaufwendungen der einzelnen verbinden sich zu einem einzigen großen Organismus. Viele Hände, die in dieselbe Richtung ziehen, können ungeahnte Kräfte entfalten. Sie können Stürme, Wellengang und Strömungen überwinden.
Wenn ich allein kämpfe, verliere ich schnell die Kraft und den Mut. Wenn jeder in eine andere Richtung rudert, dreht sich das Boot im Kreis. Spüre ich aber, dass ich eingebettet bin in eine große Gemeinschaft, dann bekommt das Leben einen kräftigen Schub. Spüre ich, dass ich gehalten bin in der Liebe Gottes, dass Gottes Geist mich durchfließt und stärkt, dann kann ich Ozeane überqueren.

Passen

Papst Leo XIV. hat in einer Botschaft zur Fußball-Weltmeisterschaft gesagt: „Wer den Ball nicht passen kann, hat das Spiel noch nicht verstanden, auch wenn er Talent hat.“ Der Fußball zeige uns, dass das Leben kein Wettlauf ist, um sich allein zu profilieren, sondern ein Weg, den wir gemeinsam gehen lernen. Wer nicht mit anderen und für andere leben kann, hat auch das Wesen des Lebens nicht verstanden.
Oft ärgere ich mich, wenn einer zu „ballverliebt“ ist, wenn er den richtigen Zeitpunkt verpasst, den Ball an einen Mitspieler abzugeben. Denn alleine kann nicht einmal ein Messi ein Spiel gewinnen. Ein genialer Pass hingegen lässt mein Herz höher schlagen. Dadurch tun sich neue Räume auf, oft auch ein ungeahnter Weg zum Tor.
Der Sinn des Fußballspiels liegt nicht darin, den Ball festzuhalten und zu besitzen, sondern darin, ihn mit anderen zu teilen und viele ins Spiel einzubeziehen. Um ein Tor zu erzielen, muss ich ihn loslassen. Um im Leben voranzuschreiten, muss ich jeden Augenblick loslassen, muss die Gelegenheit ergreifen, die das Leben mir zuspielt, und das Geschenk, das mir zuteil wird, mit anderen teilen.

La-Ola-Welle

Wenn die Welle durchs Stadion rollt, dann schwappt die Begeisterung über. Man kann sich ihr kaum entziehen, sie reißt einen vom Hocker. Begeisterung steckt an. Der Fußball schenkt uns Momente der Begeisterung, Erlebnisse, die lange nachklingen und ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Wir werden nicht müde, mit leuchtenden Augen davon zu erzählen. Wir wollen uns immer wieder in einen solchen Zustand der Begeisterung versetzen lassen.
Der Ausgleich beim allerletzten Angriff des Spiels, der statt des sichergeglaubten Ausscheidens den Aufstieg ins Sechzehntelfinale bedeutet. Solche Glücksmomente lassen sich nicht machen, planen oder herbeiführen. Sie passieren einfach. Sie sind ein unverdientes Geschenk. Sie bringen uns mit dem göttlichen Bereich, mit der Unverfügbarkeit des Lebens in Berührung. Sie lösen eine Euphorie aus, lassen Menschen außer sich geraten.
Was lässt meine Begeisterung für Gott entflammen? Wobei erlebe ich mich gnadenhaft beschenkt? Welche Glücksmomente lassen mein Herz höher schlagen? Sollte die Welle der Begeisterung nicht viel öfter auch durch die Kirche rollen?

Fredi Jokesch


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8073 Feldkirchen bei Graz

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Fax: +43 316 291060-4
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