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Predigten

6. Sonntag in der Osterzeit - 10.05.2026 - Muttertag

"Verkündet es jauchzend, damit man es hört!
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Ruft: Der Herr hat sein Volk befreit. Halleluja."
Vgl Jes 48,20

Liturgischer Eröffnungsvers am 6. Sonntag in der Osterzeit

 

Predigt am 6. Sonntag der Osterzeit/Muttertag 2026 – 05 – 10

Die heutige Predigt hat nur zwei Themen - die Freude und den Muttertag:

1. „Vergiss die Freude nicht!“ - kaum ein anderes Buch hat in den letzten Jahrzehnten so viele Neu-Auflagen erlebt wie dieses. P. Phil Bosmans hat es 1972 veröffentlicht. Auf deutsch ist es 1976 - also vor genau 50 Jahren - erschienen. Ich hab hier die 43. Auflage in der Hand aus dem Jahr 1988. Aus diesem Buch werden wir heute die Kommunion-Meditation hören - ein starker Impuls eines geistlichen Menschen zum Muttertag.

„Vergiss die Freude nicht!“ – dieses Wort sei heute uns allen gesagt und in Erinnerung gerufen: Wir stehen noch immer in der Hochzeit des Kirchenjahres. Wir feiern noch immer das Fest aller christlichen Feste. Wir begehen heute diesen 6. Sonntag der Osterzeit und den Muttertag als Tag der Freude, des Dankes und der Bitte.

„So herrschte große Freude in jener Stadt“ – hat es in der Lesung aus der Apostelgeschichte geheißen. Der Grund der Freude war die Gegenwart des Apostels Philippus in der Stadt: seine Worte über Jesus, den Christus und die Zeichen, die Philippus gesetzt hat – die Heilung von so vielen, die Beseitigung der Not von so vielen Notleidenden in jener Stadt. „So herrschte große Freude in jener Stadt!“

Das Thema Freude ist bei diesem Sonntagsgottesdienst schon beim Eingangslied erklungen: „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit… Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis…“ – und wir erst recht, und wir mittendrin.

Dann der herrliche Introitus, der Eröffnungs-Vers für die Sonntagsmesse: „Verkündet es jauchzend, damit man es hört! Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde! Ruft: Der Herr hat sein Volk befreit. Halleluja!“

Im Tagesgebet ist die Freude schon wieder Thema gewesen: „Lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen…“

Die Lesung hat von der großen Freude in jener Stadt gesprochen. Der Antwort-Psalm hat in dieselbe Kerbe geschlagen: „Jauchzet Gott zu, alle Länder der Erde.“ Und das Halleluja ist sowie unsere Hymne, der österliche Ruf der Freude, der dankbare Ruf der Erlösten über die Auferstehung Jesu Christi.

„Vergiss die Freude nicht!“ Vergiss draußen im Alltag nicht, was du hier und jetzt herinnen hörst, was du hier und jetzt gerade singst und betest.

2. Mein zweiter Gedanke bezieht sich auf den heutigen Muttertag: Johannes Mario Simmel hat 1950 einen Roman veröffentlicht mit dem Titel: „Das geheime Brot“. Von ihm stammt auch der Satz: „Es gibt Augenblicke, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück Brot“.

Schenkt man sich Rosen, dann weiß man nicht nur in Tirol, was das bedeuten soll. Es ist ein Zeichen der Freude, dass es den anderen gibt. Rosen sind ein Zeichen der Dankbarkeit und der Zuneigung.

Der schon erwähnte P. Phil Bosmans hat einmal ein kurzes aber sehr wertschätzendes Gedicht „zum Muttertag“ geschrieben. In diesem Text würdigt er die Mutter, würdigt er verschiedene Mütter. Dieser Text ist oft aufgegriffen und erweitert worden. Ich möchte mit meinen Gedanken zum Muttertag beim Gedicht des Ordensmannes bleiben. Dazu und deswegen habe ich sechs Rosen mitgebracht:

Eine Rose für die junge Mutter, die ihr Kind zum ersten Mal anlächelt.

Eine Rose für die alte Mutter, die auf den Besuch ihrer Kinder wartet.

Eine Rose für die berufstätige Mutter, die Arbeit und Familie meistert.

Eine Rose für die alleinerziehende Mutter, die doppelte Last und doppelte Liebe trägt.

Eine Rose für die trauernde Mutter, die ihr Kind verloren hat.

Schließlich und nicht zuletzt: Eine Rose für die Mutter Erde, die uns alle nährt und trägt.

Amen.

Pfarrer Edi Muhrer

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