Feier der Osternacht - 04.04.2026

GEDANKENSPLITTER ZUR OSTERKERZE 2026
Wir haben schon ein Glück in Feldkirchen, dass unsere Osterkerze auch heuer wieder von Edda Stadlbauer gestaltet worden ist. Ein großes DANKE dafür der Künstlerin!
Sie fragt mich immer im Vorfeld, was denn 2026 „Thema“ sein könnte für die Gestaltung der Osterkerze. Ich habe ihr gesagt, dass unsere Feldkirchner Passionsspiele dieses Jahr prägen und damit das Thema LIEBE. Und dass es beim Pfarrfest „60 Jahre Pfarrkindergarten“ zu feiern gilt. Zudem weiß sie ja, dass die Osterkerze jahraus/jahrein bei allen Taufen und bei allen Begräbnissen brennt und Licht gibt.
Edda Stadlbauer hat sich von diversen Glasfenstern aber v. a. von einem Kunstwerk mit dem Titel „LOVE/LIEBE“ inspirieren lassen. Der ukrainische Künstler Alexander Milov hat es 2015 erstmals ausgestellt. Inzwischen ist die Skulptur weltweit an verschiedenen Orten zu sehen gewesen. Sie zeigt zwei Erwachsene, die sich voneinander abwenden. Sie sitzen Rücken an Rücken. Fehlt nur noch, dass jeder auf sein Handy schaut… Sie sind sich fremd geworden. In ihrem Inneren aber sind noch zwei Kinder, die einander zugewandt sind, die versuchen sich gegenseitig zu erreichen und zu berühren. Einmal mehr Kinder als Zeichen der Hoffnung, das Kind im Erwachsenen als Chance, die Konflikte zu überwinden.
Wir sehen auf unserer Osterkerze zwei Kinder einander herzlich zugewandt, miteinander spielend, das Alpha und das Omega in ihren Händen, d. h. die Zeit und die Ewigkeit. Sie sind im Gold geborgen – Gold, das Zeichen für den Himmel. Denken wir nur an die Ikonen mit ihrem vielen Gold. Darunter steht die Jahreszahl 2026.
Von den Kindern und vom himmlischen Gold geht das Licht aus. Es fließt regelrecht nach oben. Vor allem das Kreuz im österlichen Weiß ist ganz Licht! Dieses Kreuz erinnert stark an das Tau, das die Bischöfe vor ihren Namen schreiben und das uns als sog. Franziskuskreuz vertraut ist. 2026 begehen wir den 800. Todestag des Poverello von Assisi, der von vielen auch als Schutzpatron der Tiere und der Schöpfung verehrt wird. Die Künstlerin hat eine Katze auf der Osterkerze verewigt. Ich denke da automatisch an die herrliche Statue des hl. Blasius, wo wir nicht nur ein Kind zu seinen Füßen sehen sondern gleich zwei Tiere. Franz von Assisi ist durch sein Leben und v. a. auch durch die fünf Wundmale am Leib in besonderer Weise Christus ähnlich geworden. Im neuen Volksaltar lassen fünf Quellen Licht und Wasser von unten nach oben sprudeln. Sie erinnern uns so an die fünf Wunden Christi. Durch Seine Wunden sind wir geheilt!
Die drei Gesichter, die wir in verschiedener Größe an der Osterkerze erkennen, schauen alle in eine andere Richtung. Sie sind verschieden stark vom Licht erhellt. Sie kommunizieren nicht miteinander. Jedes Ego steht einfach nur für sich. Sie wirken irgendwie unerlöst. Die vielen dunklen Striche wirken wie ein Gitter. Sie zeigen, dass die Menschen Gefangene ihrer selbst sind, in sich und untereinander gespalten.
Möge das Verbindende der Kinder und das himmlische Gold kraftvoll ausstrahlen. Möge alles mit Licht erfüllt und vom Licht erlöst werden.
Diese Osterkerze strahlt für den auferstandenen Christus. Sein Licht erhelle diese Osternacht. Christi Licht erhelle das Leben der Kinder, deren Taufkerze an der Osterkerze entzündet wird. Es machen den Weg hell für die Verstorbenen, bei deren Begräbnis wir die Osterkerze entzünden.
Christi Licht strahle überall auf, wo Menschen im Dunkel sind. Sein Licht bringe Wärme dorthin, wo jetzt noch Kälte regiert. – Gott und seinem Christus sei Dank für das Licht. Amen.
Pfarrer Edi Muhrer