1. Rorate am 03.12.2025

Rorate am Gedenktag des hl. Franz Xaver SJ. 2025 – 12 – 03/Predigt
Zwei Dinge möchte ich ansprechen, die uns unser heutiger Tagesheiliger – der hl. Franz Xaver – lehren kann:
1.
In der Kirche beginnt alles mit der Taufe. Vgl. das Evangelium heute – mit dem „Taufbefehl“/Taufauftrag Jesu für „alle“! Die Taufe ist ein guter Start ins Leben, ein starker Auftakt für alle, die Jesus lieben und ihm nachfolgen. Ich freue mich, dass ich in Feldkirchen Pfarrer sein kann – mit einer Pfarrkirche, die mit der Taufe in ganz engem Zusammenhang steht – mit dem Täufer Johannes als Kirchenpatron und mit der Taufe Jesu am Hochaltarbild.
Franz Xaver hat nachweislich über 40.000 Leute getauft. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch jemanden in der Kirche gibt, der so oft und so viele Menschen für den christlichen Glauben gewonnen hat.
Die Taufe wird kirchenintern gerne als „das Sakrament des Kreuzes“ bezeichnet. Das Kreuz ist ganz einfach unser Zeichen, unser Zeichen geworden - das Zeichen Christi und der Christen! Im Profanen ist das Kreuz ganz schlicht ein PLUS. Wir können als Gläubige gut damit leben. Glauben und getauft sein, das ist ein Plus im Leben, ein Plus fürs ganze Leben. Zigtausende Mal hat Franz Xaver dieses Zeichen gemacht und so die Menschen gesegnet.
2.
Franz Xaver ist einer der größten Missionare der Kirche geworden. Seine Missions-Methode war bahnbrechend. Er hat sich auf das eingelassen, was den Menschen vor Ort wichtig und heilig war. Er war ein Hörender, ein Lernender! Er hat den christlichen Glauben an die Menschen in Japan und ihre Kultur angepasst. Er ist den Japaner:innen ein Japaner geworden. Vgl. Tageslesung: Paulus, der allen alles geworden ist! Franz Xaver hat gewusst, dass in allen Religionen Wahres, Gutes und Schönes vorhanden ist, dass das Gewissen jedes Menschen und dass jede Religion ein Weg zu Gott sein kann.
1540 wurden die Jesuiten in Paris gegründet. Beschenkte können beschenken! 1549 ist Franz Xaver mit zwei Ordensbrüdern und mit 3 getauften Japanern zur Japan-Mission aufgebrochen und hat dort die erste Christengemeinde gegründet. Er hat gelebt und gewusst, dass Gott längst schon vor ihm im Land der aufgehenden Sonne und des Lächelns gegenwärtig ist. So schreibt er an den hl. Ignatius dankbar folgende Zeilen: „Ich werde ihnen niemals beschreiben können, was ich den Japanern verdanke. Denn unser Herr gab mir um ihretwillen eine tiefe Einsicht in die Abgründe des menschlichen Herzens!“
Was für eine Erkenntnis – in Demut, in Dankbarkeit und staunend: Er, der große Missionar, er, der den Glauben ins Land gebracht hat - er weiß, dass er der Beschenkte ist. Er, der den Menschen so viel gegeben und gebracht hat - er weiß, dass er der eigentlich Beschenkte und Empfangende ist.
Wer schenkt, wird beschenkt! So ist es. Amen.
Pfarrer Edi Muhrer