34. Sonntag C - CHRISTKÖNIG - 23.11.2025

Predigt am Christkönigs-Sonntag 2025 – Vorabendmesse mit der MMK Feldkirchen
1.
Was für ein starker Text war doch die heutige Lesung! Was für ein herrliches Bekenntnis zu Jesus, dem Christus. Genau diese Botschaft verkündet auch unsere Pfarrkirche! Die Mitte in diesem Haus, das ist Jesus, der Gekreuzigte und der Auferstandene. Der Altar steht für ihn. Unser neuer Volksaltar ist die neue Mitte. Er ist eindeutig die Nr. 1 in diesem hl. Haus. Dieser Altar steht in der Mitte der Kirche und als Zeichen dafür, dass Jesus in unserer Mitte ist, ja dass ER die Mitte von allem ist was nur irgendwie mit Kirche zu tun hat. Jesus, der Christus, ist die Mitte der Zeit, die wir richtigerweise in eine Zeit vor Christi Geburt und in eine Zeit nach Christi Geburt einteilen. ER ist es, der bei seiner Geburt die Nacht zum Tag gemacht hat, das Dunkel zum Licht. ER, das Licht der Welt.
Am Hochaltar beim Tabernakel sehen wir in Gold die Buchstaben Alpha und Omega – wiederum ein Bekenntnis, wiederum ein starkes Zeichen für die Gegenwart Christi. ER ist das A und O, der Anfang und das Ende. Genauso ist ER die Mitte von allem ist, was nur irgendwie mit dem Christentum und dem christlichen Glauben zu tun hat. Unser Volksaltar und auch der Hochaltar erinnern uns daran.
2.
Das Evangelium von der Kreuzigung Jesu – was für eine Szene, was für eine Sternstunde der Menschheit, was für eine Botschaft von Hass und Liebe mit der wir wohl nie im Leben ganz fertig sind. Bei den Feldkirchner Passionsspielen wird sie im nächsten Jahr wieder dargestellt, bezeugt und verkündet – die größte und wichtigste Geschichte der Menschheit, die Geschichte vom Leben Jesu, von seinem Leiden, Sterben und Auferstehen!
Wenn wir genauer hinschauen auf die Kreuzigung Jesu, dann sehen wir eine Geschichte mit viel Licht aber auch mit viel Schatten, eine Geschichte mit viel Liebe aber auch mit Hass, eine Geschichte mit viel Glauben aber auch mit Unglauben. Da wird Jesus verlacht von den „führenden Männern des Volkes“, da wird Jesus von den Soldaten verspottet, da wird Jesus dreimal verhöhnt mit den Worten „dann rettet dich selbst“! Aber da wird auch zart und leise an ihn geglaubt: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“
3. (nur bei der Vorabendmesse!)
Das dritte, das ich heute ansprechen möchte, sind Musik und Gesang. Wir feiern an diesem Sonntag landauf und landab in der Steiermark auch den Tag der Kirchenmusik, den Cäcilien-Sonntag. Schön, dass wir genau am Gedenktag der hl. Cäcilia die MMK Feldkirchen in unserer Mitte haben und dass wir anschließend Gäste sein dürfen beim Gedenk-Konzert für Manfred Groicher und Franz Finster! Cäcilia war ja eine Jungfrau und Märtyrerin, die um 230 in Rom für ihren Glauben gestorben ist – ebenso wie ihr Mann und ihr Schwager. Die Cäcilienlegende gehört zu den schönsten Dichtungen des christlichen Altertums. Darin heißt es im Bericht über ihre Hochzeit: Während die Musikinstrumente erklangen, sang Cäcilia in ihrem Herzen nur zu Gott gewandt…
Die hl. Cäcilia ist die Patronin der Kirchenmusik! Ein großes DANKE und Vergelt’s Gott! an dieser Stelle allen, die mit Musik und Gesang zur Ehre Gottes und zu unserer Freude die Gottesdienste mitgestalten: die Organistin, die Kantoren und Kantorinnen, der Feldkirchenchor, die Singgemeinschaft Feldkirchen, die Jungscharband, die Marktmusikkapelle und noch einige mehr!
Drei Sätze zur Musik und zu ihrer Bedeutung:
3.1.: Musik verbindet!
Es ist einfach herrlich, wie Musik und Gesang über alle Grenzen hinweg Menschen verbinden! Wir erleben es immer wieder - hoffentlich auch 2026, wenn Österreich Gastgeber für den Eurovision Song Contest in Wien ist. Im Ausseerland gibt es eine Gruppe mit dem Namen „AltBadSeer“: da sind Leute aus Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee dabei, ja sogar die zwei gallischen Dörfer Gössl und Lupitsch machen da mit. Bei aller Verschiedenheit und Konkurrenz der Stämme im Ausseer Land – die Musik ist universal! Musik verbindet. Domenik, unser Kapellmeister, kann das gewiss bestätigen…
Damit bin ich schon bei einem zweiten Satz über Musik:
3.2.: Musik ist eine Brücke zwischen Himmel und Erde!
Musik erhebt, betrifft und erschüttert zugleich. Sie kann uns mit Gott in Berührung bringen – mit dem Mysterium tremendum et fascinosum. Ohne Kunst, Musik und Gesang wäre das Christentum nicht zu verstehen. Und was wären unsere Feiern und Gottesdienste ohne Musik und Gesang?
Das dritte Wort über Musik und Gesang finden wir in unserer Pfarrkirche:
3.3.: Ihr seid ein Ton in Gottes Melodie!
Das ist die Botschaft bei unserer Kinder-Ecke: Kinder bringen Gottes Melodie in der Welt zum Klingen! Das gilt aber für uns alle: Wir alle bringen Gottes Melodie des Lebens und der Liebe zum Klingen! Wir alle sind seine Sängerinnen und Sänger. Wir alle sind seine Musikerinnen und Musiker in der Welt und für die Welt heute! Ein Ton Gottes sind wir. Möge ihm unser Leben, unser Singen und Musizieren gefallen! Amen.
Für die Sonntagsmesse mit den Firmlingen:
3.
Das dritte, das ich ansprechen möchte, ist die christliche Initiation. Wir haben am Freitagabend beim Start der Firmvorbereitung schon darüber gesprochen: Initiation bedeutet Anfang. Im Wort Initiation steckt auch das Wort Initiative. Es ist schön, dass ihr initiativ geworden seid, dass ihr die Initiative ergriffen habt, dass ihr euch entschieden habt: Ja, das passt schon für mich, dass ich zur Kirche gehöre. Ich möchte jetzt auch noch gefirmt werden. Ich möchte mich „firm“ machen für mein Leben und Christsein! Statt „firm“ könnten wir ruhig auch „fit“ sagen. Ich möchte fit sein für meinen Glaubens- und Lebensweg! Die Firmung ist dafür das Sakrament, ein dritter großer Schritt. Sie ist ein Sakrament, das mit der Taufe und der Eucharistie zusammengehört. Diese drei sind die drei christlichen Initiations-Sakramente.
Die Botschaft der Taufe haben wir in unserer Pfarrkirche jeden Tag vor uns - vorne auf dem Hochaltar! Eine wunderbare Botschaft: Du bist ein Kind Gottes, ein Geschenk des Himmels. Es gefällt Gott, dass es dich gibt! Deswegen bist du auf den Namen Gottes getauft worden. Du kommst von weiter her als von deinen Eltern. Vergiss es nie, wer du bist und woher du eigentlich kommst!
Der zweite große Schritt war dann die Erstkommunion. Bei jeder Feier der Eucharistie bist du Gast am Tisch des Wortes – dafür steht der Ambo – und am Tisch des Brotes – dafür steht der Volksaltar. Du weißt doch, wie wichtig das Wort ist. Es ist genauso ein Lebensmittel wie die Luft oder das Wasser. Oder das Brot. Bei jedem Gottesdienst wirst du bewirtet und beschenkt! Hier kannst du deinen Rucksack mit Proviant anfüllen, mit Dingen, die wichtig sind im Leben: da gibt es Gottes Wort für dich, da gibt es die Gemeinschaft der Feiernden, da gibt es Musik und Gesang, da gibt es Momente der Stille und des Schweigens, da gibt es die Gelegenheit zu bitten, zu danken, zu verzeihen und um Verzeihung zu bitten – und noch v. a. m.
Auf dem Weg hin zur Firmung am 12. April 2026 bist du nicht allein. Du gehörst zu einer großen Firmgruppe, du hast Firmbegleiter:innen, du hast den Firmspender und die Pfarrgemeinde, die dich mit ihrem Gebet begleiten. Wer glaubt, ist nie allein!
Liebe Firmkandidat:innen! Ich wünsche es euch sehr, dass ihr eine gute Gemeinschaft werdet in eurer Gruppe. Ich wünsche es euch sehr, dass ihr spürt, wie sehr Kirche Gemeinschaft ist! Amen.
Pfarrer Edi Muhrer