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Inhalt:

33. Sonntag C - Elisabethsonntag - Welttag der Armen - 16.11.2025

Hl. Elisabeth von Thüringen, Landgräfin

Die Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und der Gertrud von Andechs, geboren 1207, wurde auf der Wartburg erzogen und mit dem Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen vermählt, dem sie drei Kinder gebar. Bereits mit zwanzig Jahren Witwe, lebte sie als Franziskanerterziarin ganz im Dienst der Nächstenliebe in Marburg a. d. Lahn, wo sie am 17. November 1231 starb und bestattet wurde. Über dem Grab wurde die spätere Elisabethkirche erbaut.

Foto: Christa Modl

Predigt Elisabethsonntag 2025

Ich wünsche Ihnen allen einen schönen guten Morgen.

Heute feiern wir den Elisabethsonntag, den Welttag der Armen. „Welttag der Armen“, so hat Papst Franziskus diesen Sonntag benannt. Die Hl. Elisabeth, die Schutzheilige der Caritas, und ihr Einsatz für die Armen und Kranken sind sicherlich zu Recht ein großes Vorbild für uns Christen. Vorgelebt wurde das aber auch von anderen Heiligen, deren Feste wir in den letzten Monaten gefeiert heben und die großen Einfluss auf die Kirche gehabt haben und insbesondere auch mich geprägt haben.

Vinzenz von Paul:                          27. September (1581 – 1660)

Franz von Assisi:                             4. Oktober (1181 – 1226)

Martin von Tours:                          11. November (4. Jahrhundert)

Elisabeth von Thüringen: 19. November (1207 – 1231)

Auch wenn aus den heutigen Texten nicht wirklich ein Auftrag an uns herausgelesen werden kann, uns für Arme einzusetzen, wissen wir alle, dass wir Christen für alle da sein sollen, die aus welchen Gründen auch immer, Unterstützung brauchen. Aus der heutigen Lesung aus dem Paulusbrief kann aber auch der Schluss gezogen werden, dass bereits so kurz nach der Entstehung des Christentums von manchen anstelle der Unterstützung des Schwachen das Schauen auf den eigenen Vorteil gelebt wurde.

„Wer nicht arbeieten will, soll auch nichts essen“ – Verwendung dieses Satzes als Argument gegen soziale Unterstützungen.

„Liebe deinen nächsten wie dich selbst“, jeder von uns kennt dieses wichtige Gebot, das uns von Jesus aufgetragen wurde und das auf derselben Stufe steht, wie die Liebe zu Gott. Die Nächstenliebe ist daher der zentrale Auftrag an uns Christen, Grund genug, um sich Gedanken darüber zu machen, wie dieser Auftrag am besten umgesetzt werden kann. Egoismus, also das überwiegende und rücksichtslose Schauen auf das eigene Wohl ist sicher nicht der richtige Weg. Und das dabei auch für Gott kein Platz im Leben ist, liegt wohl auf der Hand.

Ich bin überzeugt, dass dieses Gebot zu Missverständnissen und Auslegungsdifferenzen geführt hat, seit es das Christentum gibt. Die Geschichte der Menschheit wäre wohl anders verlaufen, wenn die Mächtigen ihre Untertanen aber auch die Angehörigen anderer Völker bzw. Andersgläubige nach dem Grundsatz der Nächstenliebe behandelt hätten und sie nicht immer wieder rücksichtslos ausgebeutet und unterdrückt hätten. Das gilt aber nicht nur für die Mächtigen, sondern auch für jeden von uns. Jeder von uns ist aufgerufen, mit wachen Augen durchs Leben zu gehen und zu schauen, ob irgendwo gerade jemand Hilfe braucht. Dass das nicht immer so gelebt wird, wissen wir alle, niemand kommt ohne Fehler oder Verfehlungen durchs Leben, es geht darum, danach zu streben, das Gebot der Nächstenliebe so gut wie irgendwie möglich umzusetzen.

Es war sicher Fügung und kein Zufall, dass meine Frau und ich 1985 in die Pfarre St. Vinzenz gezogen sind, wo wir eine lebendige Pfarre vorgefunden haben, in der die Nächstenliebe einen sehr hohen Stellenwert hat. Und schon bald haben wir uns in das Pfarrleben und in weiterer Folge in die VinziWerke eingebracht. Die Art und Weise, wie das Gebot der Nächstenliebe in den Einrichtungen der VinziWerke gelebt wird, hat uns schwer beeindruckt und auch sehr geprägt.

In meine Zeit als Obmann der VinziWerke sind auch viele Jubiläen unserer Einrichtungen gefallen, natürlich immer auch ein Grund zum Feiern, auch wenn mir nicht immer zum Feiern zumute war. Wie soll man auch in Feierstimmung sein, wenn noch immer die Notwendigkeit besteht, von Armut Betroffene in den Einrichtungen zu betreuen, wenn immer wieder neue Gesichter von Armut auftauchen.

Wir müssen aber auch immer wieder wir erkennen, dass es trotz aller Bemühungen nicht möglich ist, Elend und Not zur Gänze zu besiegen. Und selbst, wenn man in seinem Umfeld Armut erfolgreich bekämpft hat, findet man nur ein kurzes Stück weiter wieder jemanden, der Unterstützung benötigt.

Ich bitte sie alle, dass sie dem Gebot Jesu folgen und auf irgendeine Weise, sei es durch eine Geldspende oder durch Mitarbeit bei der Caritas oder in einer Vinzenzgemeinschaft, dazu beitragen, dass Armut irgendwann wirklich verschwindet und es jeder und jedem so gut geht wie sie/er es sich wünscht.

Mag. Peter Pratl

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