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Inhalt:

12. Sonntag iJk - 22.06.2025

Jesus fragte seine Jünger:
Für wen halten mich die Leute?
Einige für Johannes den Täufer,
andere für Elíja.
Für wen haltet ihr mich?
Petrus antwortete: Für den Christus Gottes, den Gesalbten.
(aus dem Sonntagsevangelium, Lk 8)

Salbung des Altars am 15.06.25 | Franz Grassl

Predigt am 12. Sonntag im Jahreskreis C 2025 – 06 – 22

Am nächsten Sonntag feiern wir Peter und Paul. Das Hochfest der beiden prägenden Apostelgestalten ist so wichtig, dass es sogar den Sonntag verdrängen wird. Heute werden wir schon eingestimmt auf die beiden Apostelfürsten, die wir in unserer Kirche beim Blasius-Altar dargestellt haben. In der Predigt möchte ich ein Wort des hl. Petrus im Evangelium betrachten und zwei Aussagen vom hl. Paulus in der kurzen Lesung aus dem Galaterbrief.

1.

Zuerst zum hl. Petrus und zu seiner Antwort, die er wohl stellvertretend auch für alle Jünger:innen gesprochen hat: Jesus betet wieder einmal und er erkundigt sich dann, für wen die Leute ihn halten – die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für einen auferstandenen der alten Propheten. Und jetzt kommt es erst – Jesus fragt noch einmal nach und er fragt jetzt die Seinen ganz persönlich: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Wer bin ich denn für euch? Bin ich auch für euch nur ein Prophet, einer der alten, der auferstanden ist? Auf diese ganz persönliche Frage Jesu gibt stellvertretend für alle Petrus eine großartige Antwort: Du bist der Christus Gottes! Du bist der Gesalbte Gottes! Weil das in den Ohren von gewissen frommen Kreisen als Blasphemie verstanden werden könnte, erteilt Jesus den Befehl zu schweigen – „es niemandem zu sagen“.

Du bist der Christus Gottes! Christus aber heißt „der Gesalbte“. Es fügt sich so gut, dass wir eine Woche nach der Altarweihe gleich wieder daran erinnert werden, dass Christus der Gesalbte ist.

Es war schon berührend und beeindruckend, wie Bischof Wilhelm den neuen Altar gesalbt hat – mit Hilfe von Kindern. So wie ein Baby im orthodoxen Ritus am ganzen Körper gesalbt und eingeschmiert wird, so ist der Altar ohne mit dem Öl zu sparen gesalbt und geweiht worden. Das Salböl ist auf den Boden hinuntergeronnen. Wir sehen heute noch die Spuren, gut so! Mit den heiligen Dingen soll man nie geizen und knausern… Mir gefällt das ja ganz besonders gut, dass wir alle mit dem kostbaren Chrisamöl in der Taufe gesalbt worden sind. Chrisam, Christus und die Christen – das gehört ganz einfach zusammen…

Im Judentum wurden damit nur Könige, Priester und Propheten gesalbt – in der Kirche wird jede und jeder gesalbt, ganz egal ob arm oder reich, jung oder alt, gesund oder krank, Bua oder Dirndl, Mann oder Frau. Wir sind alle Christen, Gesalbte. Wir gehören für immer Christus an, der gesalbt ist zum Priester, König und Propheten in Ewigkeit.

2.

Das führt mich gleich zum Apostel Paulus und zu seinem großartigen Wort in der heutigen Lesung: „Ihr alle seid EINER in Christus Jesus“!

Ich bin mir sicher, dass dieses Wort in der weiteren Kirchengeschichte noch ganz besonders wichtig wird. Es ist bei weitem noch nicht erfasst und ausgeschöpft, was dieses Wort des Apostels bewegen und verändern könnte in unserer Kirche: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich, denn IHR ALLE SEID EINER IN CHRISTUS JESUS.“ Was für ein Evangelium, das das verkündet wird! Was für eine Freiheit des Christenmenschen, die Paulus so wichtig und heilig gewesen ist. Was für ein noch immer nicht genütztes Potential für Entscheidungen in unserer Kirche. Was für Chancen und Herausforderungen, die dieses Paulus-Wort eröffnet: Ihr alle seid einer in Christus Jesus!

3.

Noch ein Wort des Völkerapostels in der kurzen Lesung vom heutigen Sonntag möchte ich dick unterstreichen – ein Wort, das mit einem Zeichen verstärkt wird und bei keiner Taufe fehlen soll: „Die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen!“ Halleluja! Das Zeichen dazu ist natürlich das weiße Kleid, das Taufkleid, das aber auch zum Kleid der Ministrierenden geworden ist. Wir sind Ministrierende, d. h. Dienende - egal ob es die Minis am Altar sind oder ich als Pfarrer, ob es unsere Pastoralreferentin Elisabeth Fritzl ist oder die, die in vielen Pfarren die hl. Kommunion und mit einer Alba angezogen sind. Die Botschaft ist klar: So wie ein Kleid uns wärmt, schützt und birgt, so soll der Schutz und Segen Gottes uns umgeben, von Anfang an. Das weiße Kleid steht für den wunderbaren Anfang des Christsein, für die geglückte Aufnahme in die Weg-Gemeinschaft Kirche, für das gemeinsame Priestertum aller Getauften! Schauen wir darum auf das weiße Kleid, auf seine Botschaft, auf diese Mitgift für das ganze Leben. Denken wir nie zu klein vom Glauben, von Gott und seinen Möglichkeiten auch mit uns. Singen wir zum Abschluss der Predigt diesen Liedruf aus der Tauffeier, das Wort des Völkerapostels Paulus aus der heutigen Lesung. Ich halte heute kein Kind in die Höhe, wohl aber das weiße Kleid. Ich singe den Liedruf einmal vor und dann wiederholen wir ihn in dem Wissen, dass er uns allen gilt. Wir haben IHN in der Taufe angezogen wie ein Kleid. ER schützt und birgt uns – ER, die Quelle des Lebens. Er, das Licht der Welt. Er, der Christus Gottes. Dank IHM sind wir nicht nur eins, wir sind Einer in Christus!

Ruf: Die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Halleluja!

Pfarrer Edi Muhrer

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