"Du bist nicht allein!" - 1. Adventsonntag

Predigt des Pfarrers zum 1. Adventsonntag:
Auf drei Weg-Begleiter, die uns gerade in der gegenwärtigen Notzeit der Pandemie eine besondere Hilfe sein können, möchte ich aufmerksam machen:
1.
„Des Menschen Engel ist die Zeit!“
Die Zeit, alle Zeit und ganz besonders der Advent ist für uns wie ein guter Engel, der uns beschützt und begleitet. Der einfach da ist und der uns sagt: „Du bist nicht allein!“ Das Besondere der vorweihnachtlichen Zeit ist nicht das berühmt-berüchtigte „Advent, Advent und alles rennt!“ Das Besondere und daher Namengebende für diese Zeit ist der „Adventus Domini“, d. h. das „Kommen des Herrn“.
Es ist ein dreifaches Kommen, das wir als Kirche feiern und bedenken: Das erste Kommen Christi ist schon geschehen, unbemerkt von den meisten und unter eher peinlichen Umständen vor gut 2000 Jahren. Die Wiederkunft Christi in Herrlichkeit steht noch dahin und wir erwarten sie am Ende der Tage. Der dritte Advent kann täglich geschehen: Wenn zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Wenn Menschen beten oder sich zum Gottesdienst versammeln. Wenn sich jemand einem Notleidenden gegenüber als Mensch bewährt. Wer Zeit schenkt wird zu einem „Engel“ für andere.
2.
„Die Bibel nicht kennen heißt: Christus nicht kennen!“
Die Bibel ist ein zweiter bewährter Weg-Begleiter für unsere Vorbereitung auf die Geburt Christi. Durch sie erfahren wir, wer er ist und was seine Wurzeln sind. Ich freue mich auf die herrlichen Texte aus der Schriftrolle des Propheten Jesaja, dieses Mannes der Sehnsucht - und auf das alttestamentliche Hohelied der Liebe, das zugleich Poesie und Weltliteratur ist.
Ich freue mich auf unseren Pfarrpatron den Täufer Johannes, der Tausende mit seinen Predigten in die Wüste gelockt und getauft hat. Ob reich oder arm - Johannes hat niemanden mit Glace-Handschuhen angefasst. Mit kräftigen Bildern und deftigen Worten hat er den Menschen vor Augen geführt: Du musst dich und dein Leben ändern, damit du dem Messias mit aufrechtem Gang entgegen gehen kannst!
3.
In den letzten Jahrzehnten hat sich ein dritter Weg-Begleiter dazu gesellt - der Adventkranz. In vielen Häusern und Wohnungen ist ihm ein Ehrenplatz sicher.
Das Grün seiner Zweige: Es bringt frischen Duft in die Häuser. So können wir neu aufatmen, Hoffnung und Leben einatmen. Beides brauchen wir dringendst.
Das Violett der Bänder: Violett ist die Farbe der Alternativen. Es signalisiert Umkehrbereitschaft, Offenheit für neues Denken und alternatives Handeln.
Die vier Kerzen am Kranz: Sie bewirken, dass es heller wird in den Herzen der Menschen, in den Häusern und Wohnungen - weil Menschen in Stille und betend auf Weihnachten zugehen.
Der Christbaum: Er ist die Vollendung des Adventkranzes und als Lichterbaum ein starkes Zeichen für das Kind in der Krippe, das das Licht der Welt ist.
Ich wünsche allen mit diesen drei Weg-Gefährten einen guten Gang durch den Advent. Ich hoffe, dass diese Zeit Corona zum Trotz eine gute und lichtreiche Zeit wird.
Xundbleim und Segenswünsche
Ihr Pfarrer Edi Muhrer!