Schutzengel ist ein Programm
Eggenberg braucht Schutzengel!
Wetzelsdorf braucht Christkönig!
Wir feiern heute dankbar, dass wir begleitet sind von der Zuwendung Gottes, wie wir in der Lesung gehört haben: Mein Engel wird vor dir hergehen. Ex 23,23a
Vor 30 Jahren wurde diese neue Kirche geweiht. Der Altar als Zeichen für Christus wird bei der Kirchweih mit Chrisamöl gesalbt. Genauso werden die Kirchenwände an 12 Stellen vom Bischof gesalbt. Damit wird signalisiert: Gott will bei uns wohnen und uns nahe sein. Unsere Kirche verlässt sich auf das Zeugnis der zwölf Aposteln. Ihre Verkündigung der Auferstehung Jesu Christi baut uns im wahrsten Sinn des Wortes auf. Wir selbst sind Gesalbte, die meisten von uns doppelt: Gesalbt durch Taufe und Firmung.
Bei der Innenrenovierung unserer Kirche wurde nicht nur ausgeweißelt und der Akustikputz erneuert. Wir haben auch ein besonderes Augenmerk auf die Apostelkreuze an den Wänden gelegt, die uns die Salbungsstellen der Kirchweihe sichtbar machen und markieren. Einige aus unseren Pfarren haben schon gewusst, was heuer im Frühjahr eine 1. Klasse aus dem Bischöflichen Gymnasium spontan bemerkt hat. Diese Klasse hat bei ihrem Einkehrtag die Leechkirche als älteste Kirche von Graz besucht und dann unsere Schutzengelkirche als jüngste. Die Schüler:innen haben entdeckt: Da fehlt etwas in Schutzengel. Da sind nur 7 und nicht 12 Apostelkreuze an den Kirchwänden. So haben wir die Erneuerung unserer Innenräume zum Anlass genommen und neue Apostelkreuze anfertigen lassen und im Kirchenraum und in der Kapelle fixiert. Ihr seid heute eingeladen, ganz bewusst zu schauen, wo Ihr diese Kreuze, die an die Weihe erinnern, findet. Und wenn Ihr 13 Kreuze zählt, dann habt Ihr euch nicht verzählt. Wir haben jetzt 13. Das 13. Kreuz ist sogar mit roter Farbe besonders gekennzeichnet. Wir haben uns da von anderen Kirchen im deutschen Sprachraum inspirieren lassen, die von Papst Franziskus angeregt, ein 13. Apostelkreuz für die Apostolin der Apostel eingefügt haben, für Maria Magdalena. Sie ist die Allererste, die die Botschaft von der Auferstehung verkündet hat. Ich bin gespannt, wer als erstes das Kreuz für Maria Magdalena entdeckt – es ist nicht ganz leicht zu finden.
Wir sind Gesalbte, Christen und Christinnen, die einen Ort gefunden haben in der Kirche. Heute am Schutzengelfest soll unsere besondere Würde und unser Auftrag spürbar werden. Es soll nach der gemeinsamen Messfeier in der Kirche einen besonderen Segen geben, einen Segen zum Schutzengelfest. Bei diesem Segen können Sie, könnt ihr alle mitmachen. Gleich nach dem Segen für die Geburtstagskinder am Schluss der Messe und dem Lied: O, happy day, wird es hier in der Kirche und in der Kapelle fünf Orte geben. Dort könnt ihr als Familie, als Paar, mit Freunden oder Bekannten, oder auch allein –auch allein kann ich für mich oder andere einen Segen sprechen - um den Segen bitten, euch den Segen zusprechen, euch gegenseitig segnen. Dadurch soll sichtbar und spürbar werden, dass wir von guten Geistern, von Schutzengeln begleitet und behütet sind.
In unserer Kirche wird es beim Taufbecken, bei der Marienstatue in der Kapelle, am „Geheimen Ort“ – das ist das Beichtzimmer links hinten in der Kirche, beim Altar, und beim Tor zum Haus Raphael, Segenstexte und Weihwasserfläschen geben. Sucht füreinander einen Text aus, legt euch die Hände auf, (auf die Schulter oder das Haupt,) macht mit oder ohne Weihwasser ein Kreuzerl auf die Stirn.
Es ist an der Zeit das Segnen neu zu lernen und zu tun. Wenn heute viele allein gelassen sind und keine oder zu wenig Ansprache haben, wenn es so viel Unmut, Traurigkeit, Streit und Beschimpfungen gibt, soviel Empörung und Aufregung, kann es unsere Aufgabe als Christen und Christinnen sein, Gutes zu sagen und Zeichen der Nähe und Fürsorge Gottes zu setzen. Segnen wir uns gegenseitig und miteinander und lassen wir Gottes Geistkraft bei uns wirken.
Probieren wir es heute bewusst aus, damit wir es auch morgen am Montag und sonst im Alltag immer wieder tun und so für viele zum Segen werden.
Schutzengel ist nicht nur ein Name, sondern ein Programm, hat Bischof Egon einmal gesagt. Zu diesem Programm gehört das Segnen und Segen sein.
AMEN!