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Inhalt:
Predigt

Unter dem Blick Gottes

Predigt bei der Firmung in Schutzengel und Christkönig
Wolfgang Schwarz

Liebe Jugendliche! 

Die meisten von euch werden nach der Firmung essen gehen mit der Familie und den anderen Gästen.  Bestimmt eine feine Sache. Ihr steht heute im Mittelpunkt und für die Gestaltung des ganzen Tages haben sich eure Eltern, die Patinnen und Paten, Gedanken gemacht und einiges vorbereitet. 

Aber ihr könnt euch sicher auch an Situationen erinnern, als ihr noch ein paar Jahre jünger und kleiner gewesen seid und andere im Mittelpunkt waren. Da könnt ihr so ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie der achtjährige Bastian. 

Es war der 70igste Geburtstag der Oma, die ganze Familie ging in ein teures Restaurant und setzte sich erwartungsvoll zum Essen nieder. Die Kellnerin nahm zuerst die Bestellung der Erwachsenen auf und kam dann auch zu Bastian. 

„Was willst du gerne essen?“, fragte sie aufmerksam. 

Schüchtern war der kleine Bastian, schaute in die Runde und sagte leise: „Ich möchte gern einen Hot Dog.“ 

Bevor die Kellnerin die Bestellung notieren konnte, unterbrach die Mutter. „Hot Dog, gibt´s da sicher keinen! Du hast ja sonst immer so gerne ein Schnitzerl, mit Erbsenreis. Und sicher schadet auch nicht ein Portion Gemüse, Brokkoli z.B.“ 

Die freundliche Kellnerin überhörte scheinbar die Mutter und hatte einfach nur Bastian im Blick und fragte weiter: „Möchtest du den Hot Dog mit Ketchup oder Mayo?“ „Mit Ketchup“, sagte Bastian. 

„In fünf Minuten bekommst du dein Essen, und zwar als erster!“ Und die Kellnerin war schon auf dem Weg zur Küche. 

Fassungslos schwiegen alle. Schließlich brach gerade der kleine Bastian das Schweigen, schaute in die Runde und sagte ganz stolz: „Wisst ihr was? Für unsere Kellnerin bin ich voll wirklich. Die schaut auf mich.“ 

In der Lesung haben wir heute ein Gebet aus der Bibel gehört, das Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen sicher auswendig kannten und immer wieder gebetet haben. Herr, du durchschaust mich, du kennst mich bis auf den Grund (Ps 139,1). So beginnt dieses Gebet und entfaltet, dass wir vor Gott keine Angst haben müssen, dass er liebevoll auf uns schaut und uns von allen Seiten umgibt und beschützt. Er kennt unsere ganze Geschichte und kennt auch unsere Zukunft. Er wartet auf unsere Fragen und Entscheidungen, und achtet auf unsere Gebete und was wir tun. Für ihn sind wir wirklich, voll wirklich. 

Genau das, dass Gott gut auf euch schaut, mit Freude auf euch schaut, mit Humor und Geduld, mit Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit, das feiern wir heute bei der Firmung. 

Bei der Firmung komme ich zu jeder und zu jedem hin. Du wirst deinen Namen sagen und dann werden wir uns gegenseitig anschauen – nur für einen Augenblick. In diesem gegenseitigen Blick, dürfen wir erleben, dass wir unter dem Blick Gottes sind, der uns durchschaut.  

Dann werde ich dir meine Hand auflegen und deine Stirne mit Chrisamöl salben. Dieses Zeichen sagt: Du bist wertvoll. Gott schenkt dir Ansehen. Du bist für ihn wichtig. Er will dich stärken und beschützen. 

Dir soll dein inneres Auge, das Auge deines Herzens aufgehen für diese Wirklichkeit.  

Vor Gott darfst du sein, wie du bist, mit deinen wechselnden Gefühlen, mit deiner Freude, mit deiner Sehnsucht, mit deinen starken Seiten, mit deinen Schattenseiten.  

Was Jesus bei seiner Taufe erlebt hat, das gilt auch für dich. Du darfst wissen und darauf vertrauen: Du bist ein geliebter Sohn, eine geliebte Tochter Gottes. 

Das ist das große Wunder deines Lebens. Du bist nicht allein. Gott steht zu dir, für ihn bist du wirklich. AMEN! 

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