Wo bist du momentan zuhause? Im Gehen...
Emmaus, das ist uns sehr vertraut, obwohl niemand genau weiß, wo dieser Ort mit Sicherheit zu finden ist. Vertraut ist uns diese Erzählung aus dem Lukas-evangelium als wahrscheinlich bekannteste Oster- geschichte.
Sie kann ich als eine „Wegbeschreibung“ lesen, wie ich aus einer Lebenskrise herausfinden kann.
An den beiden Jüngern, die nach Emmaus aufbrechen, können wir wahrnehmen: Wenn ich in eine persönliche Krise gerade, ist es gut, mich als Erstes aus der direkten „Gefahrenzone“ zu nehmen, vom Ort der Enttäuschung oder der Katastrophe wegzugehen. Die Jünger verlassen Jerusalem.
Wenn ich einen ersten Abstand gewonnen habe nach einer Kränkung oder Verletzung, dann tut es gut mich mit jemanden anderen austauschen zu können, mir alles von der Seele zu reden. Es ist schon heilsam, wenn ich meine Gefühle und Empfindungen ins Wort bringen kann oder sonst in irgendeiner Weise ausdrücken kann, und jemand da ist, der oder die zuhört.
Aber die Erzählung hält noch eine andere Einsicht bereit, die mir in einer ausweglosen Situation eine Hilfe werden kann. Ein Dritter ist da, geht mit und fragt nach. Diesem ganz Anderen gelingt es eine neue Perspektive zu eröffnen auf das Problem, wovor die beiden fliehen.
Krisen bergen immer beides in sich: Chancen und Gefahren. Wer offen ist für neue Perspektiven, dem oder der können sich wirklich Chancen zeigen, die zunächst unsichtbar waren.
Bei den Enttäuschten auf dem Weg nach Emmaus ist dieser befreiende Schritt zu einer neuen Perspektive, zu einer neuen Sicht auf ihre „Katastrophe“ geschehen. Sie haben das Brennen im Herzen gespürt und die Sehnsucht ist da, es möge doch immer so bleiben. Zugleich aber spüren sie, der Moment der Einsicht ist nicht festzuhalten. Sie müssen selbst wieder in Bewegung kommen. Mehr noch, sie finden die Motivation dorthin zurück zu kehren, wovor sie geflohen sind. Mit diesen Erfahrungen im Rücken kann ich Probleme angehen und aus einer Krise gestärkt herauskommen.
Auferstehung ist kein Ereignis, das auf das Jenseits beschränkt ist, sondern eine Wirklichkeit mitten im Alltag. Aus Angst wird Dankbarkeit. Gerade ein bewusstes Danke an jemanden, der gar nicht damit rechnet, kann ein positiver Impuls werden. Probieren wir es aus. Nach der Messe gibt es für alle gratis an der Kirchtüre eine bunte Dankeskarte, die sie heute oder in der nächsten Woche verschenken können. AMEN!