Ostern bleibt nicht beim Grab stehen
Die letzten Wochen waren und sind stark geprägt von Konflikten weltweit. Sorge, Angst und der Tod vieler Menschen durch Waffengewalt sind die Folge. Wir alle sind verunsichert.
In Verunsicherung, wie es weitergehen soll, blieben auch Jesu Jünger zurück, als Jesus gekreuzigt wurde.
Gestern haben wir an seinen Tod gedacht, an den, der allen Menschen in Liebe begegnete, heilte und Gutes tat.
Umjubelt vom Volk zog er als König nach Jerusalem ein und wurde dabei für die Regierenden immer mehr zur Gefahr, Einfluss und Macht zu verlieren.
Bis heute werden immer wieder aus diesen Gründen heraus Menschen getötet, Kriege geführt.
Im Evangelium hören wir von den Frauen, die früh zum Grab Jesu gegangen sind. Sie gingen mit Trauer, mit Fragen, vielleicht auch mit Angst, aber mutig, sich um diesen geliebten Menschen, Jesus, zu kümmern, auch über den Tod hinaus.
Und dann finden sie etwas völlig Unerwartetes: Das Grab ist leer.
Das Grab, das eigentlich der Ort des Endes sein sollte, wird zum Ort eines neuen Anfangs.
Aus Trauer wird Hoffnung, aus Angst wird Freude. Gott zeigt: Seine Liebe ist stärker als alles – stärker als Leid, stärker als Schuld, stärker sogar als der Tod.
Die Frauen werden die ersten Zeuginnen. Sie hören die Worte: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Und sie laufen los und werden zu Botinnen, die Botschaft der Auferstehung weiterzuerzählen.
Ostern bleibt nicht beim Grab stehen!
Jesus ist auferstanden. Die Frauen nehmen die Hoffnung mit hinaus in die Welt. Sie bringen diese Hoffnung auf neues Leben bis hier zu uns, in unsere Arbeit, unsere Familien.
Auferstehung passiert also auch jetzt, hier und heute, Gott selbst ist in jedem Menschen gegenwärtig und wir übernehmen Verantwortung, ob Menschen durch unser Verhalten auch in uns dem Auferstandenen begegnen können.
Jede und jeder von uns ist berufen, Botin und Bote zu sein und die frohe Botschaft zu verkünden.
Auch wenn keine/r von uns Einfluss hat, Kriege und Machtkämpfe zu beenden, können wir durch unser Miteinander die Welt ein Stück zum Positiven verändern und liebevoller machen. Gottes Liebe ist überall dort, wo Menschen sich in Liebe begegnen
Das kann sein beim Aufeinandertreffen in Familien in den nächsten Tagen, in Nachbarschaften, im Beruf, durch ein gutes Wort, durch Geduld, durch ein offenes Herz, durch das Teilen von Freude und Hoffnung.
Jesus lebt - Gottes Liebe ist stärker als alles!
Amen.