Das Geheimnis des Lebens
Frohe Ostern!, wünschen wir uns heute.
Aber, was feiern wir? Die Auferstehung Jesu? Was kann ich mir darunter vorstellen, wenn schon die Erzählungen darüber so seltsam klingen? Die einen sehen ein leeres Grab, die andere zuerst einen Gärtner, der sich dann aus Jesus entpuppt, den sie aber nicht berühren darf.
Jahr für Jahr singt unsere Chorgemeinschaft, heuer zusammen mit der St. Peter Klangwelle, mit kleinem oder großem Orchester eine Messe, die in uns eine Ahnung von Himmel und vom Göttlichen in uns zum Klingen bringt. Herrlich – einfach Danke dafür.
Jahr für Jahr bemühe ich mich ein Bild zu finden, dass diese Botschaft von Ostern vorstellbar macht. Heuer habe ich nicht lange suchen müssen, ich habe das Bild von der Ostergruß Aktion der Katholischen Jungschar Österreich gesehen und gewusst: Das ist es.
Wenn Sie bitte das Bild zur Hand nehmen. Diesmal ist es keine Zeichnung oder Malerei, sondern die Jungscharkinder eine Wiener Pfarre haben Teig angerührt und ein Brot gebacken. Auf diesem Backwerk ist die Ostergeschichte durch Symbole sichtbar gemacht. In der Mitte des Brotfladen sind drei leere Kreuze modelliert. Der Hügel, auf dem sie stehen, ist aus Sonnenblumenkernen gelegt und die Kreuze sind dick mit Sesamkörner versehen. Diese Gestaltung erinnert an das Wort Jesu im Johannesevangelium mit dem er selbst seinen Tod deutet: Wenn das Weizen-korn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. (Joh 12,24f)
Auferstehung ist Verwandlung. Das Keimen und Wachsen, das Ausschlagen und Aufblühen in der Natur ist ein Bild dafür. Genauso das Brot, das durch das Mahlen der Körner zu Mehl und das Backen im Ofen, also durch Verwandlungen entsteht.
Am linken unteren Rand ist auf dem Brot eine Hand mit einem Herzen zu erkennen, gut mit Mohnsamen bestreut. Auferstehung ist eine Hand, die uns rettet, die uns entgegengestreckt wird, wenn ich nicht weiterweiß. Auferstehung ist die Liebe, die mich überraschend berührt.
Am oberen, rechten Rand strahlt eine Sonne in Semmelform wieder mit Samenkörnern verziert. Auferstehung ist ein Lichtblick, eine Hoffnung, die aufgeht.
Der Auferstandene zeigt sich seinen Freundinnen und Freunden auffallend oft bei Essen, speziell beim Brotbrechen. Darum hat Ostern auch immer mit Essen und Trinken zu tun. Jesus selbst hat sich als Brot des Lebens bezeichnet.
Ostern verlockt zum Anbeißen, zum Schmecken und Genießen. Lassen wir uns heute einladen zum Festmahl. Neues Leben wartet auf uns.
In Bild und Ton dürfen wir dieses Geheimnis des Lebens wahrnehmen. Als Brot schmecken und verzehren. AMEN! Mahlzeit!