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Predigt

EIN Leib

Predigt beim ökumenischen Gottesdienst anlässlich der Weltgebetswoche der Christ*innen in der evangelischen Christuskirche
Maria Bretterhofer

Ein Leib sollen wir werden.   So die Aufgabe unseres Christseins und unserer Berufung. Gott ist einzig und eins, obwohl er so groß ist. Er ist gleichsam unser Vorbild. Wir als seine Kinder sind dazu berufen auch eins zu werden, als eine große einheitliche Gemeinschaft.

Ein sehr großer Anspruch! Wie kann so etwas möglich sein? Wie soll das gehen?

Gott hat uns ein gutes Werkzeug mitgegeben: Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und Stärken. Einen jeden von uns wurden diese göttlichen Gaben geschenkt, war heute zu hören. Ja, jeder von uns hat viele Fähigkeiten. Leider bleiben sie oft verborgen. Wir verkennen sie, nehmen uns nicht die Zeit, um sie zu entdecken und stärken. Viel lieber schielen wir auf die Stärken des anderen/der anderen. Der/die kann das viel besser. 

Udo Jürgens hat ein Lied geschrieben über diesen Neid, über die Unzufriedenheit mit dem eigenen Können und die Eifersucht auf die Talente von anderen Menschen. (hier ist es der Bruder):Lied spielen

Manchmal komm' ich so klein mir vor
Mit meinen großen Tönen
Die im kleinsten Wind wie blauer Dunst verweh'n
Und so etwas wie Eifersucht, beginnt in mir zu brennen
Wenn ich dann seine Bilder seh', so unvergänglich schön

Ja mein Bruder ist ein Maler, ich bin nur ein Musikant
Und in manchen Träumen, da beneid' ich ihn

Wenn seine Frau mir dann erzählt, was er sich manchmal denkt

Ja mein Bruder ist ein Sänger und ein Lied aus seinem Mund
Das sagt mehr, als manches Bild je sagen kann
Ja mein Bruder ist ein Sänger und sein Leben ist so bunt
Manchmal fing' auch ich so gern zu singen an
Ja manchmal fing' auch ich so gern zu malen an

Dieses Selbstvertrauen: Ich kann was! Ich bin was! Es ist gut! Fehlt uns leider viel zu oft. Ich trau mich nicht, hab Angst davor. Ich bin unzufrieden mit meinen Talenten, ich will anders sein, anderes können.

Dabei hat Gott es so klug eingerichtet: Jeder von uns ist einzigartig. Gott hat uns mit seinem göttlichen Plan erschaffen und fordert uns auf, diesen auch zu leben. Mit unseren verschiedenen Stärken können wir miteinander großes leisten. Wenn wir ohne Neid den Nächsten anerkennen, seine und unsere Talente stärken, können wir eine gute Gemeinschaft werden. Eine, die füreinander da ist und die Schwächen des Nächsten ausgleichen kann.

Oh, wenn wir es schaffen würden, so ohne Neid, Eifersucht und Krieg miteinander leben könnten! Das wäre schon was. Natürlich muss ich auch mit mir im Reinen sein. Wenn ich in Frieden mit mir bin, zu – frieden bin, hat das Schöne, das Gelungene, das Licht Platz und kann leuchten. Innen, aus mir heraus.

Wenn wir dieses Miteinander leben und unsere Talente und Begabungen bündeln könnte das sein, wie ein großen Bild, das aus vielen Teilen besteht, also ein Mosaik. Oder auch wie viele Zahnräder, die ineinander greifen und Energie erzeugen, Licht erzeugen….

Manchmal gelingt es auch mit den Mitmenschen: Eine schöne Feier, eine gemeinsame Aktion, ein friedliche Aussprache. Da leuchtet es. Da leuchtet das Licht auf. Da hat die Finsternis keine Macht mehr!

Es muss ja keine große Aktion sein. Manchmal leuchtet auch mitten am Tag dieses Licht, das uns Jesus schenkt auf. Da dürfen wir erkennen und spüren: Wir sind Kinder des Lichtes. Da hat die Finsternis verloren.

Wir sind eine große, friedliche Einheit, in der wir uns selber spüren und verwirklichen können. Eine Einheit, in der wir ein gemeinsames Ziel, einen gemeinsamen Traum haben:

Eine Gemeinschaft untereinander und mit Jesus, der uns den Weg erleuchtet, der uns begleitet, stärkt, ermutigt und hilft. Das spüren wir, wenn wir heute miteinander feiern. Die Zusammenarbeit im Vorbereitungsteam, das Leben dieser Gemeinschaft, das grenzenlose miteinander feiern und beten. Da ist Jesus da. Er ist mitten unter uns!

Amen

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