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Solidarität

Du bist nicht allein – 30 Jahre Freundschaft und Solidarität über Kontinente hinweg

Was vor mehr als 30 Jahren mit einer erschütternden Begegnung in Brasilien begann, ist zu einer lebendigen Freundschaft über Tausende Kilometer hinweg gewachsen. Der Arbeitskreis Weltkirche der Pfarre Schutzengel feierte sein 30-jähriges Bestehen – mit einem Festabend am 17. Oktober und einem Jubiläumsgottesdienst am Weltmissionssonntag, 18. Oktober. Dabei wurde deutlich: Solidarität kennt keine Grenzen, und gemeinsam lässt sich vieles bewegen.

Eine Begegnung, die alles veränderte

Bei einer Reise nach Brasilien lernte Gusti Glanzer eine Kirche kennen, die sich entschieden an die Seite benachteiligter Menschen stellte. Besonders erschütterte ihn eine Szene in Recife: Ein Bettler stritt mit Hunden um Essensreste eines Restaurants. Für Gusti war klar, dass er diese Ungerechtigkeit nicht einfach hinnehmen konnte.

Gemeinsam mit seiner Frau Edith und weiteren Engagierten gründete er die Selbstbesteuerungsgruppe São Pedro. Als in der Pfarre Schutzengel vor 30 Jahren die neue Kirche gebaut wurde, sollte bei aller Freude über das neue Gotteshaus auch der Blick über den eigenen Tellerrand nicht verloren gehen. So entstand der Arbeitskreis Weltkirche.

Hilfe zur Selbsthilfe – und eine Freundschaft wächst

Über die damalige Vorläuferorganisation von Welthaus entstand der Kontakt zur Landpastoralkommission CPT (Comissão Pastoral da Terra) in der brasilianischen Diözese Bom Jesus da Lapa. Sie setzt sich für die Rechte von Kleinbäuer*innen und landlosen Menschen ein, deren Lebensgrundlagen durch ungerechte Besitzverhältnisse und Landraub bedroht sind.

Mit Unterstützung aus Schutzengel konnten Zisternen gebaut, landwirtschaftliche Projekte verwirklicht und Fachleute finanziert werden, die Menschen vor Ort bei der Bewirtschaftung ihres Landes und der Sicherung ihrer Landrechte unterstützten. Auch ein Gemeindehaus, das zugleich als Schule, Versammlungsort und Kirche dient, konnte entstehen.

Entscheidend waren jedoch nicht nur die finanziellen Mittel, sondern vor allem die persönlichen Begegnungen. Gegenseitige Besuche ließen Vertrauen wachsen. Aus Projektpartnerinnen wurden Freundinnen, aus Unterstützung wurde gelebte Solidarität.

Diese Verbundenheit trug schließlich auch zur offiziellen Partnerschaft zwischen den Diözesen Graz-Seckau und Bom Jesus da Lapa bei, die 2018 begründet wurde.

Água Viva – lebendiges Wasser für die Zukunft

Beim Jubiläumsabend am 17. Oktober berichteten Tânia und Julita von der CPT in einer Liveschaltung nach Brasilien über das aktuelle Projekt „Água Viva“ – lebendiges Wasser. Margret Moser vom Welthaus, die auch im diözesanen Arbeitskreis der Partnerschaft mitarbeitet, dolmetschte - allen technischen Schwierigkeiten zum Trotz.

Viele Flüsse und Quellen im Nordosten Brasiliens sind durch Klimaveränderungen, Abholzung und intensive Landwirtschaft bedroht. Das Projekt setzt sich für den Schutz von Wasserquellen, den Erhalt der Biodiversität und die Bewusstseinsbildung in den betroffenen Gemeinden ein. Gemeinsam mit der Bevölkerung werden Quellen erfasst, geschützt und Maßnahmen zu ihrer langfristigen Erhaltung entwickelt.

Dabei geht es um weit mehr als Wasser: Es geht um Lebensgrundlagen, um Gerechtigkeit und um die Zukunft der Menschen, die dort leben.

Ein Jubiläum voller Begegnungen

Zahlreiche Gäste, Wegbegleiterinnen und Freundinnen feierten am 17. Oktober im Schutzengelsaal das Jubiläum. Erinnerungen an drei Jahrzehnte Engagement wurden wach, ebenso wie die Freude über die gewachsene Freundschaft mit den Menschen in Brasilien. Ein internationales Buffet, von Mitgliedern des Arbeitskreises liebevoll zubereitet, und eine Cocktailbar mit Caipirinha und Piña Colada sorgten für einen stimmungsvollen Abend.

Pfarrer Wolfgang Schwarz schloss die Feier mit einem Reisesegen für den weiteren gemeinsamen Weg des Arbeitskreises Weltkirche und der CPT.

Am Weltmissionssonntag wurde das Jubiläum auch im Gottesdienst gefeiert, den der Spontanchor musikalisch gestaltete. Ein Globus vor dem Altar machte die weltweite Verbundenheit sichtbar. Pfarrer Wolfgang Schwarz erinnerte in seiner Predigt daran, dass Solidarität auch eine Frage der eigenen Verantwortung ist. Gusti Glanzer stellte die Idee der Selbstbesteuerung und das aktuelle Wasserprojekt vor.

Dem Arbeitskreis wurde für sein jahrzehntelanges Engagement herzlich gedankt. Nach dem Gottesdienst verkauften die Minis Schokolade und blaue Chips zugunsten der Weltmission. Beim anschließenden Pfarrcafé des Arbeitskreises gab es Gelegenheit zu Begegnungen, Gesprächen und Fragen zum neuen Projekt.

Du bist nicht allein

„Du bist nicht allein“ lautete das Motto des Diözesanjubiläums 2018. Damals nahm Bischof Don João aus Bom Jesus da Lapa Medaillen mit dieser Aufschrift mit nach Brasilien. Sie wurden zu einem besonderen Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Diözesen.

Dieser Gedanke prägt auch heute die Arbeit des Arbeitskreises Weltkirche. Denn Solidarität bedeutet nicht nur, Geld zu sammeln und Projekte zu unterstützen. Sie bedeutet, miteinander verbunden zu bleiben, voneinander zu lernen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – auch über Tausende Kilometer hinweg.

30 Jahre Arbeitskreis Weltkirche sind deshalb nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Versprechen für die Zukunft: Wir bleiben gemeinsam unterwegs.

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Den Arbeitskreis Weltkirche unterstützen

Wer die Arbeit des Arbeitskreises Weltkirche und die Projekte in Brasilien unterstützen möchte, kann dies durch eine einmalige Spende oder einen regelmäßigen Beitrag im Sinne der Selbstbesteuerung tun.

Kontoinhaberin: Gertrude Messner
IBAN: AT38 1400 0862 1098 5427
Verwendungszweck: Selbstbesteuerung


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