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Kultur

Wanderausstellung Reichtum versus Armut

Wie nah Armut und Reichtum in unserer Gesellschaft beieinanderliegen, zeigt eine Wander- Installation in der Steiermark.

Sechs Silhouetten aus Stahl – Kinder, junge Erwachsene, ältere Erwachsene – jeweils als Paar dargestellt, als arm und reich vereint. Diese Kunstinstallation „Reichtum versus Armut“ des Familienreferats der Katholischen Kirche Steiermark und „RAINBOWS“ sowie fünf weiteren Organisationen war seit 24. April 2021 an folgenden Orten zu sehen: Graz, Admont, St. Lambrecht, Leibnitz, Mürzzuschlag, Judendorf-Strassengel, Feldkirchen bei Graz, Fernitz, Mellach, Lieboch, Premstätten, Bärnbach, Graz / CARITAS; Laßnitzhöhe, Feldbach, Leoben Waasen, Bruck an der Mur, Zeltweg, Graz – Kalvarienberg, Eggersdorf bei Graz.

Wolfgang Schwarz

Seit November 2025 ist die Installation als Wanderausstellung in der Pfarre Graz - Christkönig zu sehen. Als Zeichen, wie nah arm und reich zusammenliegt und wie schnell aus einem guten Leben ein schwieriges werden kann.

Die Grundlage des Projektes sind 20 Lebensläufe, die aus dem Beratungsalltag der beteiligten Organisationen stammen. Die Ausstellung erzählt exemplarisch Geschichten von Teilzeit arbeitenden Alleinerzieherinnen, von Langzeitarbeitslosen, von chronisch Kranken, von kinderreichen Familien, von Menschen mit Migrationshintergrund, von „working poor“ Familien und von deren Kindern. „Geschichten, die bestürzen und nachdenklich stimmen. Die zeigen, wie schnell Brüche im Leben passieren, z.B. durch Scheidung oder Jobverlust, auf die Armut folgt. Jede und jeden von uns kann es treffen, jeden Tag“, so die Projektleiterinnen Katrin Windischbacher (Familienreferat der Diözese Graz-Seckau) und Dagmar Bojdunyk-Rack (RAINBOWS). Sie hoffen, dass PassantInnen Teil der Ausstellung werden, etwa durch Selfies mit den Figuren und sich bewusstwerden, dass Armut nicht mit Schuld in Verbindung zu bringen sondern als strukturelles Problem zu sehen sei, welches ein Teil unserer Gesellschaft ist. Infomaterial steht vor Ort ebenfalls zur Verfügung.

Die KünstlerInnen, die die Figuren entworfen haben, wurden von den Auswirkungen des Corona-Virus selbst in eine prekäre Situation gedrängt. „Wir alle kennen inzwischen die Situation, viele Monate hindurch weder etwas verdienen zu können, noch durch soziale Auffangnetze ausreichend unterstützt zu werden. Wer Glück hat, hat Ersparnisse, wer Pech hat - und das sind sehr viele unter uns - muss Sozialhilfe beantragen“, so die KünstlerInnen Jelena Ristic und Rainer Juriatti. In diesem Projekt sehen sie die Chance, dass Menschen, die zufrieden und mit einem ausreichenden Einkommen beschenkt sind, ein paar Sekunden nachdenken, auf welcher „Seite“ der Armutsgrenze sie selbst stehen – oder bald stehen könnten.

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Installation Arm & Reich

Armutsgefährdet sind Personen, deren Haushaltseinkommen kleiner ist als 60 Prozent des durchschnittlich gewichteten Medianeinkommens.

1.314.000 Menschen, das sind 15% der Gesamtbevölkerung – Tendenz steigend sind in Österreich armutsgefährdet oder arm. 353.000 (ein Fünftel, nämlich 20% - auch hier ist die Tendenz steigend) der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren leben österreichweit in Haushalten mit Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung.

Zur Ausstellung gibt es eine Broschüre mit den Biografien hinter den abgebildeten Personen und vielen Hilfsangeboten für Betroffene.

Ein Projekt von: Familienreferat Katholische Kirche Steiermark, RAINBOWS, Armutsnetzwerk Steiermark, Caritas der Diözese Graz-Seckau, Fonds für Arbeit und Bildung der Diözese Graz-Seckau, Projekt Alleinerziehende, Referat für Diakonie im Fachbereich Pastoral & Theologie.

Gefördert aus den Mitteln des Innovationstopfes der Diözese Graz-Seckau.

www.reichtum-armut.at


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