Wanderausstellung Reichtum versus Armut

Seit November 2025 ist die Installation als Wanderausstellung in der Pfarre Graz - Christkönig zu sehen. Als Zeichen, wie nah arm und reich zusammenliegt und wie schnell aus einem guten Leben ein schwieriges werden kann.
Die Grundlage des Projektes sind 20 Lebensläufe, die aus dem Beratungsalltag der beteiligten Organisationen stammen. Die Ausstellung erzählt exemplarisch Geschichten von Teilzeit arbeitenden Alleinerzieherinnen, von Langzeitarbeitslosen, von chronisch Kranken, von kinderreichen Familien, von Menschen mit Migrationshintergrund, von „working poor“ Familien und von deren Kindern. „Geschichten, die bestürzen und nachdenklich stimmen. Die zeigen, wie schnell Brüche im Leben passieren, z.B. durch Scheidung oder Jobverlust, auf die Armut folgt. Jede und jeden von uns kann es treffen, jeden Tag“, so die Projektleiterinnen Katrin Windischbacher (Familienreferat der Diözese Graz-Seckau) und Dagmar Bojdunyk-Rack (RAINBOWS). Sie hoffen, dass PassantInnen Teil der Ausstellung werden, etwa durch Selfies mit den Figuren und sich bewusstwerden, dass Armut nicht mit Schuld in Verbindung zu bringen sondern als strukturelles Problem zu sehen sei, welches ein Teil unserer Gesellschaft ist. Infomaterial steht vor Ort ebenfalls zur Verfügung.
Die KünstlerInnen, die die Figuren entworfen haben, wurden von den Auswirkungen des Corona-Virus selbst in eine prekäre Situation gedrängt. „Wir alle kennen inzwischen die Situation, viele Monate hindurch weder etwas verdienen zu können, noch durch soziale Auffangnetze ausreichend unterstützt zu werden. Wer Glück hat, hat Ersparnisse, wer Pech hat - und das sind sehr viele unter uns - muss Sozialhilfe beantragen“, so die KünstlerInnen Jelena Ristic und Rainer Juriatti. In diesem Projekt sehen sie die Chance, dass Menschen, die zufrieden und mit einem ausreichenden Einkommen beschenkt sind, ein paar Sekunden nachdenken, auf welcher „Seite“ der Armutsgrenze sie selbst stehen – oder bald stehen könnten.